Heute brau ich, morgen brau ich – Bier selbst machen

Es ist unser flüssiges Gold und Grundnahrungsmittel: das Bier. Eine Welt ohne die zartschimmernde, köstliche Flüssigkeit können wir Bayern uns überhaupt nicht vorstellen und wollen es auch nicht. Ob Helles, Weißbier oder doch ein geschmacklich etwas ausgefalleneres Rauchbier ist dabei egal - schmecken soll es! In den grünen, kuhgesäumten Weiten Bayerns lassen sich die unterschiedlichsten Arten und geschmacklich sehr variable Sorten des Gerstensaftes finden. Wie wäre es da, wenn noch eine ganz besondere Sorte hinzukäme? Und zwar eure eigene! Individuell und selbstgebraut - so geht’s.

selbst brauen

Zu einem kalten, köstlichen Bier kann man nicht nein sagen.

Achtung Zoll!

Wir befinden uns – ja, auch in Bayern – immer noch in Deutschland und da herrscht nun mal Zucht und Ordnung. Soll heißen: Alles ist irgendwo geregelt und aufgeschrieben. So natürlich auch die Bestimmungen rund ums Bier und das private Brauen. Wer also selbst den beliebten Gerstensaft herstellen möchte, sollte beachten, dass laut Zoll zwei Hektoliter Bier pro Jahr steuerfrei sind, seien sie für den privaten Verbrauch. Alles, was darüber hinausgeht muss versteuert werden. Zweiter Punkt, der wohl jedem bekannt sein dürfte: das Reinheitsgebot. Danach darf euer selbst gebrautes Bier lediglich mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe hergestellt werden. Beachtet man diese zwei Kleinigkeiten, steht dem eigenen Bier nichts mehr im Wege.

Ich packe in meinen Maßkrug

Um nun a guads Bier zu brauen, sind vier Zutaten notwendig:

  • Braumalz (das aus Gerste gewonnen wird)
  • Wasser ( Achtet hier auf eine gute Qualität, außerdem solltet ihr keine Stoffe hinzufügen)
  • Hopfen
  • Hefe

Alles, was ihr braucht, bekommt ihr hauptsächlich in Online-Hobbybrauer-Shops, denn wirkliche Geschäfte, die sich auf Braumaterialien spezialisiert haben, gibt es nicht sehr häufig.

So lässt sich’s brauen

Bevor ihr startet, solltet ihr euch Gefäße in ausreichender Größe besorgen, denn in einem normalen Kochtopf ist das Brauen nicht optimal. Natürlich kommt es hier auch immer auf die Menge an. Aber wer will sich schon extra die Mühe machen, um dann einen halben Liter Bier als Endprodukt zu feiern? Genau, niemand! Ganz oder gar nicht heißt die Devise -und so läuft es ab:

  • Das Malz wird geschrotet, das heißt zerkleinert, damit der Korninhalt freigelegt wird und später für das Wasser zugänglich ist. Einfacher ist es, gleich geschrotetes Malz zu bestellen.
  • Dann wird das Malz mit Wasser gemischt und erwärmt. Dieser Vorgang, in dem die Stärke zu Zucker gespalten wird, ist das Maischen. Circa 90 Minuten wird hierbei die schon vorhandene Mixtur in Stufen bis 78 Grad erhitzt,  weshalb sich ein Thermometer zum Temperaturmessen anbietet.
  • Der nächste Schritt ist das Läutern, also die Trennung von festen und flüssigen Bestandteilen mit Hilfe eines Siebs oder Küchentuchs. Das Ergebnis ist die Würze.
  • Sie wird nochmal ungefähr eine Stunde gekocht und nach ca. 30 Minuten wird der Hopfen hinzugefügt und mitgekocht.
  • Das Ganze wird danach erneut getrennt und die Würze abgeschöpft.
  • Der letzte Schritt ist die Gärung. Dafür wird zur abgekühlten Würze Hefe hinzugegeben, sodass aus dem vorher entstandenen Zucker Hefemasse, CO2 und Alkohol wird. Je nach Geschmack kann man nun entscheiden, ob man ein  untergäriges (unter 15 °C, Pils) oder obergäriges (18-24 °C, Weißbier) Bier haben möchte.
  • Nerviger Part: Das Bier muss nun ungefähr eine Woche gären, bis es genießbar ist.

Eine komplette Anleitung zum Bier-Selbst-Brauen findet ihr auf bier-deluxe.de. Hier könnt ihr nicht nur nachlesen, wie es geht, sondern auch alle möglichen Biere dieser Welt probieren.

Es geht auch einfacher

Und zwar mit einem der zu Hauf angebotenen Bier-Brau-Sets. Hier sind alle Zutaten schon im Paket mit dabei und eine genaue Anleitung gibt es auch. Die Wartezeit, aber nicht der Aufwand, bleibt jedoch leider die gleiche. Besonders gut gefallen haben uns die Bier-Brau-Sets von braufässchen.com, denn hier kann man sich sein Bier sogar selbst zusammenstellen. Oder eben ein fertiges Set bestellen, zum Beispiel das WM-Bier passend zur laufenden Fußball-WM. Eine tolle Bereicherung für die Garten-Grill-Fußball-Party!

Oder so?

Neben tausenden Angeboten an fertigen Sets, gibt es im Netz auch viele außergewöhnliche Ideen rund ums Bier-Selbst-Brauen. Eine davon hat uns wirklich sehr erstaunt, denn anscheinend kann man Bier in der Kaffeemaschine brauen. Ob das wirklich funktioniert? Überzeugt euch hier selbst.

 

Beim Selbst-Brauen besteht natürlich immer das Risiko, dass euer flüssiges Gold doch nicht so goldig köstlich wird, wie ihr es euch ausgemalt habt. Aber mit ein bisschen Übung wird es sicherlich nicht lange dauern, bis euer Eigengebrautes sakrisch guad wird!

 

 

 

Bild: fotodesignjegg/panthermedia.net

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*