Nabada: Mit dem Schlauchboot in die Donau…

Normalerweise steht Bavarion für Bayern und bleibt das auch, egal ob Ausflug, Wurscht oder Kaas. Aber wenn es um lustige Festivitäten geht, machen wir für Ulm eine Ausnahme. Denn die Stadt an der Donau gehört zu den länderübergreifenden Doppelzentren Deutschlands und liegt doch so nah an der bayerischen Grenze. In Ulm findet heute am Schwörmontag, das Nabada, schwäbisch für „Hinunterbaden“, auf der Donau statt. Wir haben uns umgehört, was genau dieser Wasserumzug ist und wie ihr auf dieses feucht-fröhliche Event bestens vorbereitet seid.

nabada

Buntes, wildes
Treiben auf der Donau…

Ein Karnevalsumzug in Booten und Flößen

Für jeden Ulmer ist der letzte Montag im Juli ein fixer Termin: mit bunten Verkleidungen, Musik und viel Alkohol steigt am Schwörmontag das große Stadtfest. Ab 16 Uhr geht’s für 40.000 bis 70.000 Besucher ab zur Donau, wo es erst richtig losgeht! Mit Themenbooten und –flößen, ähnlich wie bei Karnevalsumzügen, schwimmt es sich dann flussabwärts. An der Wasserschlacht kann jeder teilnehmen, der ein Schlauchboot, Schwimmflügel oder anderes Wassergefährt im Gepäck hat. Um 23 Uhr ist auch wieder Schluss mit Ausschank und Musik im Freien, denn, so die Sprecher der Stadt Ulm, wenn das Fest früher zu Ende ist, passiert auch weniger. Die genauen Regeln für’s Nabada findet ihr hier. Ausfallen wird die Veranstaltung aber nicht durch Regen, sondern entscheidend ist der Wasserpegel der Donau. Denn wenn es zuvor sehr viel geregnet hat, kann der Fluss an einzelnen Stellen eine sehr starke Strömung haben. Doch gute Nachrichten für euch: heute findet das Nabada „zu 99 Prozent statt“ und die roten Signalkörbe am Münster, die das offizielle Zeichen für eine Absage sind, bleiben eingepackt. Bilder des lustigen Treibens findet ihr hier bei Facebook.

Traditionelles Badespektakel

Doch warum wird in Ulm so heftig gefeiert? Der Schwörmontag gründet auf einer Vereinbarung zwischen Patriziern und Zünften, die im Großen Schwörbrief die Machtverhältnisse im Stadtparlament regelten. Um in die Friedrichsau hinunter zu kommen, in der schon früher gerne gefeiert wurde, packten die Ulmer ein „Kübele“ mit Klamotten und schwammen damit die Donau hinunter. In der Au angekommen wurde das trockene Hab und Gut zum Fest wiederangezogen.

Beer floating in Ulm?

Aus Finnland kommt eine ähnliche Tradition: Kaljakellunta heißt das da und ist Finnisch für „Beer Floating“. Hier geht es nur darum, sich mit schwimmbarem Untergrund und guter Gesellschaft gemütlich flussabwärts treiben zu lassen und kühles Bier in entschleunigter Art zu sich zu nehmen. Natürlich ist hier, wie auch beim Nabada, die Verbindung von Alkohol und Wasser nicht ungefährlich! Deshalb: verantwortlich und bewusst genießen. Dabei unterscheiden sich die Floater in Finnland oder Ulm in ihrer Feierwut in keinster Weise. Man sieht die abgefahrensten Dinge, seien es wilde Kostüme oder Hüte. Aus dem Spektakel wird ein Festival, bei dem es darum geht: „Sehen und gesehen werden“.

Wenn ihr auch dabei sein wollt, haben wir zusammengestellt, was ihr unbedingt dabei haben solltet:

  • Sonnencreme und Sonnenbrille. Wahlweise ist auch eine Taucherbrille nicht schlecht, falls es mal „upside down“ ins Wasser gehen sollte.
  • Wasserdichtes Behältnis für Geld, beispielweise diese Pillendose aus Aluminium, die man sich an den Schlüsselbund hängen kann.
  • Beachbag fürs Handy, damit ihr für abgedriftete Freunde noch erreichbar bleibt.
  • Fotoapparat, um die Wasserschlacht festzuhalten! Hier empfiehlt sich eine wasserdichte Einmalkamera, die sogar bis 15 Meter unter Wasser benutzt werden kann.
  • Bierflaschen sind auf dem Fluss nicht erlaubt, Dosen müssen später entsorgt werden. Damit ihr am Ende des Nabada nicht in einem Meer davon sitzt, und da die Dosen außerdem scharfkantig sein und dem Schlauchboot schnell ein Loch einstechen können, gibt es praktische Bierrucksäcke. Die könnt ihr mit insgesamt sechs Litern Bier auffüllen und euch mit den Zapfpistolen das Bier direkt in den Mund fließen lassen.
  • Ein Spaß der Euch und anderen immer gute Laune bereitet: Seifenblasenpistolen.

Mit der richtigen Ausrüstung – und wenn das Boot dann auch noch zwei Paddel hat – kann bei der Wasserschlacht eigentlich nichts mehr schief gehen! Viel Spaß!

Bild: © panthermedia.net / Andreas Fruehstueck

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