Fettnäpfchen in Bayern: Was man lieber lassen sollte

Wir in Bayern sind bekanntlich besonders stolz auf unsere Sprache, Kultur und die zahlreichen Traditionen. Daher reagieren viele Bayern besonders empfindlich, wenn sich ein „Zugereister“ auf diesen Gebieten einen Fauxpas erlaubt. Damit auch die Nicht-Bayern unter euch ihren nächsten Aufenthalt in unserem schönen Bayernland unbeschadet überstehen, haben wir hier die wichtigsten Verhaltensregeln für euch zusammengefasst.

Für alle Saupreißn unter euch: Das ist unser wunderschönes Bayernwappen.

Für alle Saupreißn unter euch: Das ist unser wunderschönes Bayernwappen.

Wie man in Bayern isst und trinkt

  • Wer in Bayern eine Weißwurst essen will, sollte sie unbedingt mit einer Brezn, Bier und süßem Senf genießen, niemals jedoch mit einem Brötchen, scharfem Senf oder gar mit Ketchup!
    Am allerbesten wird die Weißwurst außerdem vor 12 Uhr gegessen, denn in Bayern gilt: Die Weißwurst darf das 12 Uhr-Läuten der Kirchturmglocken nicht hören.
  • Zwar ist man beim Leberkäse nicht ganz so streng wie bei der Weißwurst, aber dennoch sollte auch zum Leberkäse lieber kein Ketchup geordert werden.
  • Zum Thema Bier gibt es eine klare Regel: Gläser, die weniger als einen halben Liter fassen, gibt es bei uns nicht. Vor allem auf dem Oktoberfest wird der Wunsch nach einem kleinen Pils nur mit Spott gestraft; also lieber gleich lassen.
  • Solltet ihr eine echt bayerische Wirtschaft betreten, dann bestellt niemals Pizza, Hamburger und dergleichen. Hier kommt meist nur typisch Bayerisches auf den Tisch.
  • Außerdem solltet ihr euch in einer solchen Wirtschaft nie an den Tisch setzten, der als „Stammtisch“ gekennzeichnet ist. Dieser Platz gehört besonderen Gästen, zu denen „Zugereiste“ sicher nicht gehören.
So isst man eine Weißwurst richtig

So isst man eine Weißwurst richtig: Mit Bier, süßem Senf und Brezn.

 

Bayerische Traditionen und Kultur

  • Was ihr in Bayern niemals tun solltet, ist einen Franken als Bayern zu bezeichnen. Die Franken fühlen sich Bayern nicht wirklich zugehörig und empfinden daher die Verwechslung mit einem Bayern schon fast als Beleidigung. (Umgekehrt verhält es sich übrigens genauso.)
  • Nicht jeder Bayer ist automatisch Fan vom großen FC Bayern. Daher solltet ihr nicht automatisch jedem Bayern einen rot-weißen Stempel aufdrücken, da manche Fußballfans auf solche Fehlzuweisungen etwas temperamentvoll reagieren können.
  • Auch wenn Bayern oft als extrem ländliches Bundesland bezeichnet wird, heißt das noch lange nicht, dass man einen Bayern als Hinterwäldler bezeichnen darf. Wir sind gebildet, und auf solche Sprüche reagieren wir allergisch.
  • Der Märchenkönig Ludwig II. stellt in Bayern ein Symbol für die gute alte Zeit dar und genießt noch heute größte Popularität. Wer ihn öffentlich kritisiert, der kann sich auf Empörung gefasst machen.
  • Gerade zum Oktoberfest kommen die „Zugereisten“ wieder in Strömen in den Freistaat. Dass viele von ihnen dabei unsere schönen Trachten tragen, empfinden wir Bayern als Kompliment. Aber wenn dann ein Dirndl zum Beispiel durch einen zu kurzen Rock, Lackpumps oder dicken Plastik-Klunker-Modeschmuck verschandelt wird, dann hört der Spaß auf!
Bayerische Tracht

So müssen Trachten aussehen: echt bayerisch eben.

 

Sprachbarrieren

  • So schön die bairischen Dialekte auch klingen mögen: solltet ihr sie nicht einwandfrei beherrschen, dann versucht bitte nicht, sie nachzuahmen. Mundart ist im Bayernland Teil der Identität, und daher nicht für Saupreißn gedacht.
  • Bezeichnet nie, wirklich nie einen Bayern als Österreicher. Österreich liegt fast vollständig im bairischen Sprachraum, nicht umgekehrt. Daher sind österreicher Dialekte dem Bairischen zuzuordnen, nicht umgekehrt.
  • Wer im Freistaat einen Einheimischen mit „Guten Tag“ begrüßt, der outet sich als Saupreiß . Wir in Bayern sagen „Servus“ oder „Grüß Gott“. Auf letzteres sollte man als Tourist jedoch niemals mit einem scherzhaften „Wenn ich ihn sehe“ antworten. Das kommt bei den meisten Bayern gar nicht gut an.
  • Solltet ihr einen Bayern nach der Uhrzeit fragen, dann wundert euch nicht über die ungewohnte Ausdrucksweise. Viertel, halb oder dreiviertel 8 zum Beispiel bedeuten 7.15, 7.30 und 7.45 Uhr. Versucht nicht, uns zu verbessern, wir beharren auf unserer Ausdrucksweise.
  • Das wichtigste zum Schluss: Sollte euch jemand bei Missachtung der Regeln „a Packl Fotzn“, „a Schelln“ oder „a Watschn“ anbieten, dann solltet ihr lieber dankend ablehnen. Dabei handelt es sich um eine Backpfeife,  also verschwindet lieber schnell, denn wie sagt man in Bayern so schön: „A Packl Fotzn nimmt da koina mehr o“.

 

Quellen:
http://www.zehn.de/die-10-schlimmsten-dinge-die-man-in-bayern-niemals-machen-sollte-2511620-0
http://www.focus.de/reisen/deutschland/oktoberfest/tid-19928/kulturschock-bayern-zeit-eine-frage-der-ansicht_aid_554648.html
http://www.bayern-blogger.de/das-sollten-sie-in-bayern-niemals-tun-8660/
http://www.stupidedia.org/stupi/Bayern

© Bilder: HLPhoto/Shutterstock.com, Kzenon/Shutterstock.com

 

1 Kommentar zu Fettnäpfchen in Bayern: Was man lieber lassen sollte

  1. servus aus zwiesel. im großen und ganzen ein guter artikel. nur mit zwei ausnahmen:
    1. zwölfuhrläuten und brötchen stimmt so nicht.

    gruass bertl vo zwiesl

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