Kunst in Unterfranken: Ein Tagesausflug nach Schweinfurt

Schweinfurt? Nie gehört? Macht auch eigentlich gar nichts, denn dieses unterfränkische „Oberzentrum“ konnte lange nicht viel mehr als Wälzlager herstellen. Dafür war sie zwar sehr bekannt, aber als drittgrößte Stadt Unterfrankens suchte man nach mehr. Heute wirbt die Stadt mit dem Slogan „Industrie und Kunst“. Verwirrend finden das solche, die Schweinfurt noch aus den 1990er Jahren kennen. Grau und trist war die Stadt damals. Doch Industrie produziert oft interessante Kunstschätze und unten am Main thront deshalb heute ein imposantes Museum.

(c) Musuem Georg Schäfer

(c) Musuem Georg Schäfer

Ernstgemeint: Schweinfurt ist eine Reise wert

Die letzten 15 Jahre hat die fränkische Stadt genutzt, um sich herauszuputzen. Zwar ist wohl die größte Touristenzielgruppe der eifrige Main-Radfahrer, der dann auch im am Main gelegenen Bett+Bike Fahrrad-Hostel absteigt. Unweit davon entfernt wacht das Georg-Schäfer-Museum über den Main. Es beherbergt die Kunstsammlung des gleichnamigen Großindustriellen, der Bilder aus dem Rokoko, Klassizismus, der Romantik und des Impressionismus gesammelt hat. Schäfer verdiente sein Geld – wie sollte es auch anders möglich sein – mit Wälzlagern. Seit 2000 werden zahlreiche der gesammelten Werke hier ausgestellt, doch Pläne für die Erbauung eines Georg-Schäfer-Museums gab es bereits in den fünfziger Jahren. 1964 reichte gar Ludwig Mies van der Rohe einen Entwurf dazu ein. Der Stadt Schweinfurt war das allerdings zu teuer und heute steht dieser Entwurf deshalb als die Neue Nationalgalerie in Berlin.

Dafür gewann die Stadt 1997 den Berliner Architekten Volker Staab. Er erbaute hier eine „Schatztruhe“, für die er mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde. Besuchern Schweinfurts wird das Gebäude direkt auffallen, fügt es sich kaum in das typische Stadtbild ein. Am Eingang zur Innenstadt grenzt es an altes Fachwerk an, doch keineswegs deplatziert. Unter anderem werden hier zahlreiche Spitzweg-Gemälde und Zeichnungen neben Werken von Franz von Lenbach oder Caspar David Friedrich gezeigt.

  • Museum Georg Schäfer, Brückenstraße 20
  • Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, donnerstags sogar bis 21 Uhr und montags geschlossen.
  • Erwachsene sieben Euro, Kinder zwei Euro und Schüler/Studenten zweieurofünfzig.
  • Faltbroschüre
  • Termine und mehr….

Stopp #2: die Kunsthalle Schweinfurt

In einem ehemaligen Schwimmbad beherbergt Schweinfurt eine zweite, imposante Kunstaustellung. In der Kunsthalle Schweinfurt im Ernst-Sachs-Bad wird noch bis Mitte Oktober die Ausstellung „Main und Meer“ gezeigt. Danach wird dann bis März 2013 die Ausstellung „Gunter Sachs“ zu sehen sein. Die Sammlung des Industriellen beginnt mit Werken aus den 1950er Jahren und beinhaltet viele Surrealisten wie René Magritte, Dali oder den Pop-Art-Erfinder Andy Warhol. Aus familiärer Verbundenheit zur Stadt und freilich auch zum ehemaligen Bad hat sich die Familie Sachs für Schweinfurt entschieden. Die Bilder könnten aber auch in New York, Rom, Paris oder Berlin hunderttausende Besucher anlocken.

  • Kunsthalle Schweinfurt, Rüfferstraße 4
  • Täglich von 9 bis 18 Uhr
  • Erwachsene zahlen acht Euro, ermäßigt gibt es die Karte ab sechs Euro und für Jugendliche sogar ab zwei Euro.
  • Gunter Sachs‘ Sammlung gibt es ab dem 15.11 bis zum 30.03.1214 zu sehen.
  • Vorschau der Ausstellung
  • Infos


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