„Aufi jetzt saufi!“ Gut vorbereitet in die Biergarten-Saison gehen

Nach einem oft frühlingshaft anmutenden Winter in Bayern kommt bald ein hoffentlich tropisch anmutender Sommer. Und jeder kennt wohl das Verhalten der Bayern, sobald sich die letzten unangenehmen kühlen Lüftchen verzogen haben und die Sonne ihnen wieder neckisch zuzwinkert. Scheinbar aus allen Ecken kommen sie gekrochen und versammeln sich in Scharen in nahegelegenen Parks, an erholsamen Isarufern, in Schickimicki Straßencafés oder eben am Lieblingstreff aller eingefleischten Bayern, der „in einer anderen Welt versinken“ mit „mal ordentlich einen trinken“ vereint: dem Biergarten. Doch was nicht alle wissen: Bei der Auswahl kann man einiges falsch machen. Wir verraten, wie man auch einiges richtig macht.

 

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Hoch die Gläser!

Online-Biergartenführer

Die Online-Landschaft ist außer Rand und Band, das ist schon so manch einem alteingesessenen Bayern stirnrunzelnd aufgefallen. Immer neue Ideen quellen aus den scheinbar unendlichen Online-Tiefen hervor und liefern Nutzern praktische Hilfen für fast jedes Alltagsproblem. Eines der größten Alltagsprobleme der Bayern kurz vor dem Sommer dürfte bekannt sein: Wie finde ich einen g‘scheiten Biergarten?

Genau wie wir jüngst über die besten Ammersee Biergärten und den ältesten Biergarten Regensburgs berichteten, so haben etliche Webseiten Konzepte entdeckt, wie sie ihre User langanhaltend über dieses bayrische Herzblutthema informieren. Die Münchner Zeitung Merkur hat einen mal wirklich nützlichen Online-Biergartenführer für Durstige: Hier kann man die diversen Biergärten Bayerns nicht nur schnell lokalisieren, sondern dank Beschreibung, Bildern und Bewertungen auch besser entscheiden, wo es hingehen soll – und am Ende sogar selber ein Urteil abgeben. Und das machen die Bayern ja bekanntermaßen ganz gerne! Weiteres Plus: Umfangreiche Informationen rund um Öffnungszeiten, Anfahrt, Preise, Speisekarte und Co.

Bei der Suche helfen auch innovative Blogs wie Biergartler.de. Die Seite informiert nicht nur über alle aktuellen W-Fragen zu bayrischen Biergärten (so etwa mit einer Biergartenkarte und aktuellen Nachrichten), sondern gibt in Blogeinträgen allerlei interessante Anekdoten und Historienwissen zum Lieblingssport der Bayern preis, darunter „Wia ois o gfanga hod“, das „Bier ABC“ und ein „Boarisch-Deutsch“ Wörterbuch. Wisst ihr denn, seit wann es Biergärten gibt? Oder um die gravierende Problematik der Bierkühlung zur damaligen Zeit? Das netteste an der Seite: Viele Einträge sind auf Bayrisch verfasst und somit von vornherein ein Lesegenuss. Wir sprachen mit dem sympathischen Gründer der Seite, um Tipps zur kommenden Biergartensaison zu bekommen.

Experten-Tipps des Biergartlers

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Der beliebte Biergarten am Münchener Viktualienmarkt.

Thomas, Besitzer des Online-Biergartenführers Biergartler.de, ist, gelinde gesagt, ein Biergartenprofi. Schon etwa 150 Biergärten hat der Bayer ausprobiert und weiß folglich ganz genau, was ein nettes Wirtshaus von einem richtig deftigen Biergarten unterscheidet. Seine zwei Biergarten-Favoriten in Bayern:

Der Klassiker für G‘schaftlhuber wie mich ist der Augustinerkeller in der Arnulfstraße (sehen und gesehen werden lautet das Motto), ansonsten geh‘ ich noch gern in den Familien-Biergarten im Forsthaus Kasten in Neuried (Schöne Radltouren aus jeder Richtung). In den Augustinerkeller geh‘ ich besonders gern wegen dem Bier und der extrem unterschiedlichen Gäste – vom Flip Flop besohlten Touri bis hin zum Seidenanzug Träger ist dort alles vertreten. Im Forsthaus Kasten bin ich gern wegen der leckeren Brotzeiten und der großen Auswahl an Tischen, wenn Du Dein eigenes Zeugl mitbringen willst.

Bei der Auswahl sind einige Kriterien Thomas zufolge zentral:

Ohne Kies unter den Haferlschuhen, einer echten Biergarnitur und Kastanienbäumen geht schon mal gar nix! A fesche Bedienung im Dirndl sollt‘ auch immer rum g’schaftln. Wichtig sind selbstredend ein g’scheits Bier (was in München praktisch fast immer der Fall ist) und a guade Brotzeit mit selber gemachtem Obazdn, frische Brezn und am Radi.

No-Gos im Biergarten

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Was im Biergarten zu tun und zu lassen ist.

Neben den wichtigsten Bestandteilen eines bayrischen Biergartens gibt es auch einiges, was nett ausgedrückt, Pfui Deifi ist! Um Aufklärung bemüht wollten wir von Thomas wissen, was für ihn die absoluten Stimmungskiller sind: „Ein Biergarten ohne Selbstbedienung darf nicht sein. Ebenso: Grölende und auf den Bierbänken tanzende Touristen und leider auch Einheimische, die meinen sie wären auf der Wiesn.“

Für die technisch versierten Bayern

Kaum zu glauben, aber selbst Bayern avanciert! Traditionen wie Biergärten treffen heutzutage immer öfters auf innovative Technik. Doch wer ein richtiger Bayer ist, passt sich an. Denn die neuesten technischen Errungenschaften lassen sich prima mit dem bayrischen Bierdurst vereinen. Die „Biergarten Guide“ zum Beispiel zeigt dem Nutzer immer den schnellsten Weg zum nächsten Biergarten, die „myPromille“-App informiert dagegen über überschrittene Alkoholpegel für die Heimkehr mit Auto oder Fahrrad – damit die Biergartensaison nicht frühzeitig vermiest wird. Doch wie der echte Bayer weiß, zählt bei letzterem eher die in Bayern stark ausgeprägte Bier-Intuition, denn: „I bin solang no net bsuffa, solang i am Boden liegn ko, ohne mi festhoitn zu müssen.“

Bilder: Shutterstock.com/SFC, biergartler.de

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