Profisport: Trainieren in den bayerischen Alpen?

Als Profisportler mit eigenem Unternehmen am Schliersee ist Peter Schlickenrieder neben seinen Erfolgen als ehemaliger Skilangläufer und Olympia-Silbermedaillen-Gewinner vor allem durch sein Herzblut für Nordic Sports bekannt. Wir haben mit dem Abenteuer- Sportler, Moderator und Buchautor gesprochen und nach den Besonderheiten des Nordic Sports gefragt. Wie er sich motiviert und wo Sportbegeisterte auch in Bayern wie ein Profi trainieren können, erfahrt ihr hier.

Nordic Walking

Ob als Workout oder um mit Freunden zu plaudern: Nordic Sports sind mehr als nur ein Trend.

Während wir bei Nordic Sports sofort an überambitionierte Mitsechziger mit Skistöcken denken, bricht Peter Schlickenrieder für die Nordic Sports, die Skilanglauf, Nordic Walking und Nordic Blading beinhalten, eine Lanze. Für ihn bedeuten Nordic Sports „ein absolutes Ganzkörpertraining, was Körper und Geist gleichermaßen belebt.“ Zudem seien die Sportarten leicht zu erlernen und könnten im Grunde überall ausgeführt werden. Kurz gesagt, für ihn ist „Nordic Sports der Inbegriff des allgemeinen Breitensports.“ Genau mit dieser Begeisterung für den Sport möchte er möglichst viele Menschen anstecken. Auf seiner Homepage mit inkludiertem Blog können Sportler sich rund um Sportarten, Aktivitäten, Übungen und Workshops informieren.

„Nix muss, alles kann“

Als selbsternannter „Allrounder“ powerte der ehemalige Profisportler sich schon von klein auf in verschiedenen Sportarten aus, eine Lieblingssportart hat er aber bis heute nicht: „Jede Sportart hat ihren besonderen Reiz. Ich mag rasante Bike-Touren über Single-Trails ebenso wie Skitouren durch die Einöde der Alpen. Nordic Walking gehört für mich fast zum täglichen Workout, Trailrunning fordert meine Kondition. Und natürlich bin ich nach wie vor leidenschaftlicher Langläufer und Alpinskifahrer.“

Laufen in der Natur

Der Allrounder, Moderator und Buchautor Peter Schlickenrieder ist gern in der Natur unterwegs.

Nordic Walking? Als Workout?

Für einen ehemaligen Profisportler? Die Sportart, die von manchen nur belächelt wird, hat mehr als nur einen Vorteil – gerade für Sportmuffel, die dem Faulenzen ein Ende setzen möchten: „ Das ist die ideale Einstiegs- und Wiedereinstiegsdisziplin, wenn man sporteln möchte. Man kann je nach Kondition sein Tempo bestimmen und dieses langsam steigern, ohne sich zu verausgaben. So behält man nicht zuletzt Spaß am Sport und macht weiter.Das Verletzungsrisiko ist relativ gering, es braucht keine teure Ausrüstung und man kann quasi überall walken. Nordic Walking ist zudem eine tolle Gruppensportart.“ Der gesellige Gemeinschaftssport lässt durch sein geringes Tempo sogar das Plaudern in der Runde zu.

Blick von der Brecherspitze

Nebel über dem Spitzing See: So einen Blick können Sportliche von der Brecherspitze aus genießen.

Für Fortgeschrittene, die größere Herausforderungen suchen, empfiehlt Peter Schlickenrieder als Vizepräsident des Deutschen Skiverbandes sich in sogenannten Nordic aktiv Zentren umzusehen. „Diese DSV Nordic aktiv Zentren sind an 365 Tagen mit den jahreszeitlich passenden nordischen Sportarten nutzbar. In Bayern sind aus diesen Nordic Zentren, durch Unterstützung der Bayernwerk AG, Gesundheitsstützpunkte mit sehr aktiven Skivereinen hervorgegangen.“

Mountainbiken in Bayern

Mountainbiken in der bayerischen Natur!

Mountainbikern und Trailrunnern legt er „nahezu jeden Fleck in Bayern oder besser gesagt in den Alpen“ ans Herz. Allen voran natürlich in seiner Heimat, denn „in Tegernsee-Schliersee ist ja nicht umsonst eines der größten Mountainbike-Events. Schluss mit Bike und Trailrunning ist meist erst ab 2.500 Höhenmetern, wenn Gletscher und Firngrate bereits von weitem signalisieren: Hier geht’s nur noch für Bergsteiger weiter.“ Er trainiert am liebsten auf seinem „Hausberg“, der Brecherspitze, an dem er Trainingseinheiten in Nordic Walking und Trailrunning absolviert.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Wer anfangen will Sport zu treiben, „sollte sich mit einer Sportart auseinandersetzen, schauen ob sie zu einem passt und von einem Trainer einweisen lassen. Wenn man fehlerhaft trainiert belastet man sonst möglicherweise den Körper und die Muskelpartien falsch und könnte sich zudem verletzen.“ Am besten sollte man sich die Eignung „auch von einem Sportarzt bescheinigen lassen.“

Für alle Sportbegeisterten oder für die, die es noch werden wollen, hat Peter zum Abschluss noch einen Tipp: „Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Rückschläge hat jeder Mal. Man muss sein Ziel wirklich vor Augen haben und es unbedingt wollen. Dennoch sollte man sich die ersten Ziele nicht zu hoch stecken, sonst wird man schnell enttäuscht und gibt zu schnell deprimiert auf.“

In diesem Sinn, bedanken wir uns ganz herzlich für das Interview und wünschen allen Aktiven viel Spaß beim Training!

Bilder: shutterstock.com/Eder
shutterstock.com/ gevision

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